Fliegen nach unstabilem Kompass
Unique fordert von der Politik klare Richtlinien
NZZ 2.10.02
ege. Andreas Schmid, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Zürich AG, hat an einem Mediengespräch auf dem Flughafen Zürich den bei Bund und Kanton zögerlichen politischen Kurs in Bezug auf die Zukunft des bedeutendsten Schweizer Flughafens deutlich kritisiert. Bis zum Jahresende muss Unique das Gesuch für das neue Betriebsreglement einreichen. Rechts- und Planungssicherheit bestehe indessen nicht, hielt Schmid fest.
Der Staatsvertrag, welcher negative Präjudizien
schaffe, werde im Ständerat frühestens im Dezember behandelt. Auch in Deutschland müsse das Ganze auf Grund der neuen Legislaturperiode noch einmal aufgerollt werden. Dennoch müsse der Flughafen Zürich die Stufe 2 des Staatsvertrags mit der einschränkenden Wochenend- und Feiertagsregelung Ende Oktober umsetzen.
Schmid bemängelte, dass das SIL-Objektblatt, welches die raumplanerischen Voraussetzungen für das neue Betriebsreglement festlegt, noch nicht erstellt sei und dass die vom Flughafen eingebrachte Langfristvariante «Grün» bis heute darin nicht berücksichtigt worden sei. Bis zu einer allfälligen Realisierung der in «Grün» enthaltenen Parallelpisten zieht die Flughafenbetreiberin das heutige Betriebsreglement der
neuen Idee der flächendeckenden Lärmverteilung mit der Variante BV2 vor. Der Bundesrat wird das SIL-Objektblatt frühestens Mitte 2003 behandeln. Somit sehe sich der Flughafen gezwungen, folgerte Schmid, Variante um Variante auszuarbeiten und letztlich ein Betriebsreglement, einzureichen, das lediglich auf Ahnungen des politischen Willens beruhe und möglicherweise bereits am Tag der Eingabe Makulatur sei. Durch die diversen sich überlappenden und nicht abgeschlossenen Prozesse werde die betriebliche und unternehmerische Handlungsfreiheit des Flughafens zunehmend eingeschränkt. Schmid appellierte an die politische Verantwortung: «Was nützt es, wenn der Bundesrat zusammen mit der Wirtschaft die gemeinsame Tochter Swiss aus der Taufe hebt und wenn der gleiche Bundesrat dem Heimatflughafen, den diese Airline braucht, die Luft abschneidet?»
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