Südanflüge sind NICHT zwingend

Mit den neuen An- und Abflugrouten während den deutschen Sperrzeiten über eines der dichtest besiedelten Wohngebiete der Schweiz wird vorsätzlich geltendes Gesetz verletzt. Da im geltenden kantonale Richtplan für Verkehr (genehmigt und bewilligt 1995/96) keine An- und Abflugrouten über den Süden enthalten sind und der Richtplan für alle Behörden verbindlich ist, setzen sich Regierungsrat und Bundesämter mit der im Sommer erteilten Zustimmung zu den Südanflügen in rechtlich bedenklicher Weise über geltendes Gesetz hinweg.   

Südanflüge sind keineswegs zwingend, denn eine echte und sofort realisierbare Alternative ist der gekröpften Nordanflug als "Charted Visual Approach" auf Piste 14 nach Instrumentenflugregeln. Er berücksichtigt die gewachsene Nordausrichtung des Flughafen Kloten und führt über wesentlich dünner besiedeltes Gebiet als der Anflug von Süden. In Tat und Wahrheit wurde und wird diese Variante bereits praktiziert.   

 

Bislang wollten das BAZL, die Skyguide und die Unique der Bevölkerung immer weis machen, ein gekröpfter Nordanflug habe unter Zuhilfenahme von GPS (Satellitennavigation) zu erfolgen. Es ist allgemein bekannt, dass Verfahren für einen Blindanflug mit GPS noch nicht homologiert sind und eine längere Einführungsdauer von 6-10 Jahren erfordern.   

Unter "Charted Visual Approach" hingegen ist das gleiche Anflugverfahren zu verstehen, wie es jetzt für den Süd- und Ostanflug, unter Zuhilfenahme der bestehenden Radar- und Bodennavigationshilfen praktiziert wird. Auch das BAZL stellt die Machbarkeit dieser Variante nicht in Abrede. Im Gegenteil: Gekröpfte Anflüge sind kurzfristig als "Charted Visual Approaches" möglich, was allerdings gute Wetterbedingungen voraussetzt (Zitat aus BAZL Informationen, Ausgabe 05-03).   

Südanflüge auf Piste 34 (mit ILS) haben nur noch dann zu erfolgen, wenn die Sichtweiten unter den vorgegebenen Mimimas für den gekröpften Nordanflug "Charted Visual Approach" liegen oder bei entsprechenden Windverhältnissen. Der Ostanflug käme wie bisher bei starkem Westwind zur Anwendung.   

Mit der Variante "Charted Visual Approach" kann ein Grossteil der Süd- und Ostanflüge vermieden werden, womit Zehntausende von Bewohnern massiv entlastet würden. 

Es liegt an den technisch Verantwortlichen und den Politikern dafür zu sorgen, dass die Realisierung dieser Option ohne Verzug an die Hand genommen wird.

An- und Abflüge müssen dort abgewickelt werden, wo möglichst wenig Menschen betroffen werden.

Hier finden Sie eine brillante Analyse der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Flughafens Kloten