Zürich, Sonntag, 15. Februar 2004
(nab/sda)
Nach einem Beinahezusammenstoss
muss der Flughafen Kloten die Abstände zwischen Starts und Anflügen verlängern. Die neue Regelung gilt seit Dezember und ist erst heute publik geworden.
Die Massnahme ist vom Bundesamt für Zivilluftfahrt am 12. Dezember angeordnet worden, berichtet die «NZZ am Sonntag». Das Büro für
Flugunfallunter- suchungen (BfU) habe aus vorläufigen Erkenntnissen über den Vorfall Sicherheitsempfehlungen formuliert, wie Skyguide-Sprecher Patrick Herr den Bericht bestätigt. Skyguide setze diese Empfehlungen auf Anweisung des Bundjesamtes für Zivilluftverkehr (BAZL) nun um, so Herr weiter.
Der Abschluss- bericht zum Fastzusammenstoss liegt noch nicht vor. Es sei jedoch üblich, dass Sicherheitsbestimmungen auf Grund erster Erkenntnisse umgesetzt würden, sagt Herr. Die Auswirkungen auf den Flugbetrieb liessen sich nur schwer abschätzen: Eine
Kapazi- tätsreduktion trage zu mehr Verspätungen bei, sei jedoch nur ein Faktor unter vielen.
Die Beschränkungen sehen vor, dass bei parallelem Gebrauch der Pisten 14 und 16 pro Stunde nur noch 23 bis 28 statt wie früher 36 bis 40 Landungen stattfinden dürfen. Die Zahl der zulässigen Starts wurde von 44 auf 30 pro Stunde reduziert.
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Unique nahm zu den Kapazitätsbeschränkungen am Sonntag nicht Stellung. Die Fluggesellschaft Swiss fliege seit Einführung der neuen
BAZL-Bestimmun- gen mit grösseren Verspätungen, erklärte dagegen Swiss-Sprecher Jean-Claude
Donzel. Quantifizierbar sei der Einfluss der Restriktionen nicht, aber offensichtlich, vor allem in den Spitzenzeiten zwischen 10 und 12 Uhr.
Sowohl der Flughafen Zürich wie die Fluggesellschaft Swiss haben ohnehin ein Pünktlichkeitsproblem. Der Flughafen Zürich verzeichnete laut einer Statistik des Verbandes europäischer Fluggesellschaften
(AEA) unter den wichtigeren Flughäfen Europas im Jahr 2003 am häufigsten Verspätungen. Swiss liegt im Vergleich von dreissig Fluggesellschaften lediglich auf Platz 21.
Dass die Restriktionen den pünktlichen Flugbetrieb erschweren, weiss man beim
BAZL. «Sicherheit hat für das Uvek Priorität», erklärte BAZL-Sprecherin Célestine Perissinotto dazu. Die Flughafenbetreiberin Unique sei jedoch jederzeit eingeladen, Vorschläge zu unterbreiten, wie die Kapazitäten in Zürich-Kloten wieder erhöht werden könnten.
Dass die neuen Bestimmungen nicht früher bekannt wurden, erklärt Perissinotto mit der Menge an Sicherheitsempfehlungen des
BfU: «Das BfU macht viele Empfehlungen, wir geben nicht alle bekannt.»
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